HOME2021-09-23T14:17:54+02:00

Liebe Autor*innen, liebe Leser*innen,

Geschichtenschreiber heißt dich herzlich willkommen! Du bist da angekommen, wo du schon immer hinwolltest.

Liebe Autoren, hier ist sie, die Seite für eure Beiträge! Liebe Leser, unzählige Geschichten warten auf euch!

Auf dieser Homepage lesen Leser, was Autoren veröffentlichen. Viel zu schade für die Schublade findet sich hier der Platz für Lustiges, Spannendes und Amüsantes. Eine Gänsehaut durch Grusel oder große Gefühle: Du findest hier das, was dein Leserherz höher schlagen lässt! Stöbert, lasst euch fesseln und verbringt eure Zeit mit dem Schönsten: Dem Schreiben und dem Lesen.

Achtung, Infektionsgefahr! Müssen wir derzeit im Alltag coronabedingt Abstand halten, stellt Geschichtenschreiber Nähe zwischen Autor und Leser her. Füllt eure Freizeit sinnnvoll, steckt euch mit dem Schreib- und Lesevirus an.

Außer in der obigen Anrede verzichtet Geschichtenschreiber auf das Gendern, da es den Lesefluss hemmt, Geschriebenes wirkt dadurch manchmal ungelenk. Ebenfalls bevorzugen wir das „Arbeits-Du“, da es sich angenehmer plaudern lässt. Im persönlichen Gespräch kann natürlich jeder auf das Sie zurückkommen. Wichtig ist, dass wir – die Autoren und die Leser – uns miteinander wohlfühlen.

Viel Vergnügen wünscht euch allen

Geschichtenschreiber – der Pausenfüller

Jetzt mitmachen

Stationen des Lebens

Von |24/06/2020|

Zärtlich streichelte Ewald mit zwei Fingern über ihre kalte, weiße Wange. Am Mittag hatte sie ihm noch, mit einem kaum wahrnehmbaren Lächeln um die Mundwinkel, geantwortet. Dann musste er kurz zur Toilette, nur einmal den Flur hinunter bis zu den Fahrstühlen. Nur für wenige Minuten hatte er sich von ihrem Bett entfernt und da war sie gegangen, einfach gestorben. Wäre er dort gewesen, hätte er sie halten können, er hätte Sturm geklingelt und nach der Schwester gerufen. In seinem Innern schrie eine verzweifelte Stimme: „Anni, lass mich nicht allein!“ Aber aus seinem Mund war kein Laut gekommen. „Herr Naumann", Schwester [...]

Holznapf oder Goldener Teller

Von |20/09/2018|

„Uuund Kamera ab!“ „Heute sind wir im sogenannten Restaurant `Holzschwammerl`. Wollen doch mal sehen, was die Küsche dort für uns, liebe Zuschauer, bereit hält. Hoffentlisch ist es was Leckeres. Was wirklisch Delikates habe isch lange nischt mehr gegessen, so wie zum Beispiel die gerösteten Fritten mit frittierten Stäbschen vom Fisch, die wir letzte Woche im „Schützenhof“ verkostet haben. Jetzt sind wir gespannt, was uns das `Holzschwammerl“ zu bieten hat. Bis gleisch nach der Werbung!“ „Und Kamera aus! O. K., Uli, gut gemacht. Fred, hast du alles im Kasten? Okay.“ Vollmer, der Regisseur, knotete seinen Schal vor dem Hals zusammen. Im [...]

Löwenherz

Von |20/09/2018|

Wilma starrte durch die Dachluke in den sternenklaren Himmel. Sie presste ihre Nase tief in die flauschige Mähne ihres Stofflöwen, den Oma aus dem groben Leinen eines alten Kartoffelsacks genäht hatte. Das Schwanzende zierte Strohtau, die Augen waren Knöpfe verschiedener Größe: auf einem schwarzen großen lag ein kleiner weißer Knopf. Die Mähne aber war das Schönste: flauschig, weil sie aus dem Kragen eines abgetragenen Mantels ihres Vaters genäht war. Und an ganz wenigen Stellen konnte Wilma auch nach vier Jahren noch den Geruch des Vaters wahrnehmen. Letztes Weihnachten hatte Mama ihr den Löwen mit einem Brief von Papa gegeben. Mama [...]

Mausmenschen

Von |20/09/2018|

Als der letzte Patient für heute mein Sprechzimmer betrat, beschlich mich ein ungutes Gefühl und die Ahnung, dass ich mal wieder zu spät ins Krankenhaus käme.  Natürlich ließ ich mir von meinen Gedanken nichts anmerken, sondern faltete meine Hände auf dem Schreibtisch und beugte mich leicht vor: „Mister Twelve, was kann ich für Sie tun?“ Der Monitor zu meiner Linken zeigte mir Mr. Twelve als neuen Patienten.  Als einziger Eintrag zu seiner Person stand der heutige Termin auf dem Display und darunter eine Reihe von Fragen zu Vor- und chronischen Erkrankungen, die jedem neuen Patienten gestellt wurden. Beizeiten würde ich [...]

Eine späte Liebe ohne Grenzen

Von |30/03/2022|

[Originaltext der Autorin] Meine Oma Fenna, mein Opa Bernd, meine Eltern, mein kleiner Bruder Bernd und ich, die kleine Fenna Gaalken, wohnten in Egge, einem kleinen Dorf an der holländischen Grenze bei Itterbeck. Wir hatten ein kleines Lebensmittelgeschäft und eine Gaststätte. Bei uns war es nie langweilig - immer waren Menschen da. Als ich elf Jahre alt war, zogen wir in einen Nachbarort in ein neu gebautes Einfamilienhaus, da Opa Bernd krank war und die Gaststätte nicht weiterführen konnte. Oma Fenna machte den Haushalt, sie war eine sehr lebenslustige Frau. Oft waren Freunde in unserer Wohnung. Als ich 15 Jahre [...]

Besuch bei Verwandten (Originaltext der Autorin)

Von |30/08/2021|

Unsere Verwandten wohnten in einem nicht zu großen Umkreis rings um uns herum. Hin und wieder besuchten wir uns gegenseitig, und das war für uns Kinder ein besonderes Ereignis.   So war geplant, die Schwester meines Vaters, Tante Dorothea, genannt Dora, Denecke geb. Moldenhauer, verheiratet mit Ewald Denecke, einem Freund meines Vaters, mit Familie in Ackendorf zu besuchen.  Als ich geboren wurde, am dreizehnten November, rief mein Vater meine Tante morgens an. Sie war überrascht und sagte, „Nanu, Bruder, willst du mir denn schon so früh zum Geburtstag gratulieren?“ Daraufhin sagte mein Vater: „Nein, du sollst mir gratulieren. Wir haben [...]

Das zweite Gesicht

Von |20/09/2018|

Sie schob die Krümel, die vom Frühstück übrig geblieben waren, in der Mitte des Tisches zusammen. Gedankenverloren starrte sie auf das Häuflein. So viele Brösel. Ihr kam es vor, als seien sie das Abbild ihres Lebens. Über zwanzig Jahre lang lebte sie nun mit ihm zusammen. Nein, sie waren nicht verheiratet, natürlich nicht. Das hätte nicht zu seinem Selbstverständnis als Künstler gepasst. Seiner Ansicht nach, und das war damals - natürlich- auch ihre Ansicht, waren alle Konventionen als Spießbürgerlichkeit zu verabscheuen. Wie sehr hatte sie ihn damals dafür bewundert! Sie hatte es geliebt, wenn er mit großer Geste von seinen [...]

Savannentrauma

Von |20/09/2018|

Ohne dich ist alles nichts. Das Nichts ist ohne dich überall. Unerträglich. Scharf biss der Geruch nach Elefantendung in der Nase. Der Land Rover holperte über die unwegsame Sandpiste. Tom klammerte sich an den Haltegriff.  "Das ist die Erfüllung deines Traumes?“, witzelte er mit einem Seitenblick auf Elena, die neben ihm auf dem Rücksitz des Land Rovers saß und sich krampfhaft am Vordersitz festhielt, um nicht mit dem Kopf an die Fahrzeugdecke zu stoßen. „Mit vierzig Sachen über eine Sandpiste zu preschen und sich einen Bandscheibenvorfall zu holen?“ Elena nickte. “Ja, mein Lebenstraum ist endlich real.“ Mit Blick auf Hamisi [...]

Als Opa Evert den kleinen Erwin großzog

Von |30/03/2022|

[Originaltext der Autorin] Ich war neulich mit Freunden auf einer Party in einem alten Bauernkotten und traf nach langer Zeit Erwin Vorrink wieder. Wir tauschten Erinnerungen aus, den wir hatten einen gemeinsamen Opa, der streng genommen gar nicht unser Großvater war. Erwin ist 40 Jahre und ich bin 59 Jahre alt. Und zu unserem Opa Evert gibt es eine besondere Geschichte zu erzählen. Denn er zog noch im Rentenalter ein Kind groß. Meine Mutter Gesine Gaalken, geborene Rötterink, verlor mit gerade mal 2 Jahren ihre Mutter. Nachdem sie einige Zeit bei verschiedenen Familien gelebt hatte, nahmen Fenna und Evert Hartger [...]

Ein Abend, den man nie vergisst oder Ein Film über Berlin

Von |14/10/2020|

Hallo, Gertrud! Sind wir die Letzten? Nein. Kommt rein. 7 Uhr, wie abgemacht. Wir haben dir was mitgebracht, als Dankeschön, ’ne Kleinigkeit. Kein Geschenk. Was ist es denn? Ein Gedicht. Selbstgemacht. Dann zählt es nicht. Hallo Wilfried, altes Haus. Von wem ist dieser Blumenstrauß? Hallo Ina. Wo ist Jan? Mein Mann steht schon am Buffet. Eine herrliche Idee uns ein Video zu zeigen von Berlin. Ein günstiger Termin. Mit dem Beamer? Bin gespannt. Projektierst du’s an die Wand? Oh, Elfriede, hübsche Bluse. Apfelsaft? Nein, Pampelmuse. Hallo Karin. Hallo Harald. Es hat geklingelt. Ich mach auf. Bei C&A im Schlussverkauf. Wer [...]